Tekken 5
Mittlerweile geht Tekken 5
in der Spielhalle bereits in die zweite Generation. Grund genug für
uns die PlayStation -Version des nunmehr siebten (!) Tekkens genauer
unter die Lupe zu nehmen! Die Jubiläums-Episode strotzt nur so
vor freispielbaren Extras und Spielmodi, chronologisch ist sie nach
den Geschehnissen vierten Parts angesiedelt:
[ … ] Bereits kurze Zeit nach den sich überschlagenden Ereignissen
des letzten Tekkens ruft ein Unbekannter das fünfte und bislang
letzte „The King of Iron Fist Tournament“ aus. Erlebt das
finale Showdown zwischen Jin, Kazuja, Heihachi und einem weiteren Mitglied
des Mishima-Klans… Round one!!!
Ingesamt gesellen sich zur berühmt berüchtigten Kämpferriege
der ersten vier Teile spärliche drei Neuzugänge; neben Schülerin
Asuka und Kenpo-Meister Feng dürfte vor allem Ninja Raven dank
seines auf Wesley Snipes getrimmten Äußeres neue Fans gewinnen.
Auch das Spielprinzip hat sich dem Rückschritt verschrieben und
wirft viele der Gameplayneuerungen aus Tekken 4 frei nach dem Motto
„Back to the Roots“ wieder über den Haufen. Während
es die längst überfälligen Levelbegrenzungen glücklicherweise
auch in die fünfte Episode geschafft haben, wurde bei den Höhenunterschieden
der Areale und den wirren Positionswechseln der Rotstift angesetzt.
Dafür war Namco bei den Spielmodi äußerst spendabel
und hat mehr als einmal durchs Fenster der AM2-Studios geschaut: Viele
Neuerungen finden sich auch im Gral der 3DBeat´em Ups Virtua Fighter
4 Evolution. Während in Japan in jeder Arcade, die etwas auf sich
hält, in schöner Regelmäßigkeit Wettkämpfe
zwischen Tekken-Cracks organisiert werden, so gestaltet sich das Unterfangen
fähige menschliche Kombattanten zu finden, diesseits des Okzidents
schwerer.
So bietet Tekken 5 im Arcade-Mode ausgefeilte KIs, die alle nach unterschiedlichen
Persönlichkeitsmodellen, mit variierenden Vorlieben, gestrickt
sind. Schlagt eure virtuellen Widersacher, erspielt Credits und tauscht
sie dann gegen zahllose Goodies wie Sonnenbrillen oder gar komplett
neue Kostüme ein. Selbstverständlich präsentiert sich
auch der Story-Mode in neuer Stärke: Die Beweggründe jedes
Charakters werden anfangs durch nette Manga-Bildchen verdeutlicht, weitergesponnen
wird die Story durch kurze Ingame-Konversationen und natürlich
durch die gewohnt-fulminanten Render-Abspänne (Die im Tekken-Kino
mehrfach genossen werden können.)
Doch damit nicht genug! Für die Retrofans und Ewiggestrigen finden
sich neben dem Starblade-Spielchen noch originalgetreue Spielhallen-Umsetzungen
der ersten drei Tekkens auf dem Silberling! Als Tekken-Force-Äquivalent
findet sich das kleine Action-Adventure „Devil Within“ unter
den Menü-Punkten. Hier steuert ihr Jin mit gestutzter Movepalette
aus der Third Person-Perspektive durch verschachtelte Gänge und
meuchelt euch in bester Final Fight-Manier durch unzählige Gegnerhorden.
Zwischendurch erfahrt ihr in kleinen Häppchen mehr und mehr von
Jins Vergangenheit, geduldige Zocker spielen gar seine Teufelsform frei.
Tekken darf den Titel der neuen Grafikreferenz für sich beanspruchen.
Bei diesen hoch detaillierten Arenen und Charaktermodellen, die sogar
mit animierten Gesichtszügen aufwarten können, kann nicht
einmal Virtua Fighter 4 mithalten. Abgerundet wird die optische Pracht
von stimmigen Licht- und Partikeleffekten, sowie optionalen 60Hz und
16:9-Modi. Leider wird letzterem lediglich der Bildausschnitt verkleinert,
so dass Besitzer von Breitband-TVs schon mal mit halben Köpfen
rechnen müssen. Der Sound präsentiert sich als gesunder Mix
zw. dem klassischen Kommentator, erstklassiger Sprachausgabe und krachigen
Hintergrunddudeleien.
Wer auch Sicherheitskopien von Tekken auf seiner Playstation abspielen will verwendet
einfach einen PS2 Modchip.
Namco zeigt sich zum Namenstag spendabel: Nie gabs mehr Tekken fürs
Geld! Die teils aufgesetzten Neuerungen des vierten Teil wurden eingestampft,
stattdessen gibt’s eiserne Fäuste in Reinkultur! Gewohnt
perfektes Gameplay gepaart mit einem Umfang, der selbst Monumental-Kloppereien
wie Soul Calibur alt aussehen lässt. Freispielbare Charaktere und
Klamotten, sowie Arcade-Versionen vergangener Tage halten euch für
Wochen bei der Stange. Ein Muss für jeden PlayStation
2-Besitzer! Wem Virtua Fighter 4 zu kompliziert, ein Dead or Alive hingegen
zu anspruchslos ist, findet hier seine Offenbarung.
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