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Die neue Sprache Denglish
„Das Equipment der
Band, die auf einem Open Air Konzert ihre Songs performen sollte, war
im falschen InterCity gelandet. Mein Job war es, den Gig zu canceln.
Ich rief bei der Marketingabteilung dieses Events an. Der zuständige
Manager war in einem Meeting und freute sich eigentlich auf eine relaxte
Portion Fast Food. Er war gar nicht amused über meinen Anruf. Er
stoppte die Promotion sofort und forcierte den Kunden Support, für
den Ticket-Recall.“
Zugegeben, es war nicht ganz so einfach, so viele Anglizismen in einen
Absatz zu packen. Zudem klingt es eher bescheiden. Aber in so einer
extremen Form findet man Denglish nicht so häufig vor. Anglizismen
kommen besonders in Berufsgruppen mit internationalen Kontakten oft
vor, aber auch woanders. Denn wer hat nicht schon zum City Tarif telefoniert,
wenn er nicht gerade mit seinem Handy - im Englischen eigentlich Mobile
- seine Prepaid Card verbraucht.
Bei diesem Wandel handelt es sich aber auch eher um eine Veramerikanisierung
unserer deutschen Sprache. Tausende englische Wörter werden ganz
selbstverständlich dem eigenen Wortschatz hinzugefügt. Selbst
Personen, die bislang kein Englisch gelernt haben, benutzen Wörter
aus dem Englischen. Da ist es nicht verwunderlich, dass selbst öffentliche
Institutionen in diesem Wandel mitmischen. Vertretbar ist das ganze,
wenn es im Deutschen kein Wort gibt, das einem Begriff angemessen erscheint.
Aber das ist, wie im “Teaser“ (Anreisser) gelesen, meistens
die Ausnahme.
Die Frage ist nur, ob jemand der viele englische Wörter nutzt,
dieses unbewusst tut oder vielmehr international wirken möchte,
also wie ein „Global Player“ der einer Elite angehört.
Einige junge Menschen möchten vielleicht auch ihre Coolness unterstreichen
oder finden es “geil“, indem sie so sprechen wie ihre Vorbilder
aus der US Musikszene. Aber auch reifere Personen benutzen die Jugendsprache
und somit Denglish, um jünger zu wirken.
Dass man sich wohlmöglich lächerlich macht, wenn man sich
derart von seinem Gegenüber abgrenzen möchte, realisieren
manche gar nicht oder verdrängen es schlicht.
Was für eine Bedeutung hat diese Entwicklung für uns Deutsche.
Wie sollen wir darauf reagieren? Die Vogel-Strauss- bzw. Kopf-in-den-Sand-steck-Methode
sollte hier nur angewendet werden, wenn man sich ohnehin in einem Alter
befindet, in dem man „dem Verfall der deutschen Sprache“
in absehbarer Zeit durch eigenes Dahinscheiden entgeht.
Diejenigen von uns, die noch eine Weile im Diesseits verweilen werden,
werden nicht drum herum kommen: Die Englischkenntnisse
müssen aufgepeppt werden. Und wer nicht autodidaktisch veranlagt
ist, ist gut beraten, sich für einen Englischkurs
anzumelden. Es könnte zwar ausreichen, lediglich einige bis viele
englische Vokabeln zu pauken, da die deutsche Grammatik bisher unangetastet
blieb. Aber wenn man schon dabei ist, macht es doch mehr Spaß,
eine Sprache komplett zu lernen.
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