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Völkerverständigung im Kino
„Endlich Wochenende!“, heißt es
für die meisten jeden Freitag oder zumindest nach einem langen
und arbeitsreichen Samstag. Anschließend möchte man entweder
nur noch die Füße hochlegen oder ordentlich einen draufmachen.
Eine Zwischenvariante von ruhig und vollkommen auf Party eingestellt,
bietet ein Kinobesuch. Den kann man sich am Wochenende
zum entspannenden Ausgleich gönnen. Doch in der Regel ist man mit
diesem Gedanken nicht alleine und abertausende strömen pünktlich
zum Feierabend in eine gigantische Freizeithochburg. Großraumkinos
mit mehreren Sälen sind der bevorzugte Tummelplatz des Kinogängers
mit hohen Klangansprüchen. Außerdem sollte die Leinwand bei
einem Actionkracher dann auch formatfüllend sein, um die Atmosphäre
perfekt wiedergeben zu können.
Wenn man sich dann durch die endlosen Schlangen von Menschen
bis zum Schalter vorgekämpft hat, macht sich bei der eingeschränkten
Platzwahl dann schon einmal gerne die Resignation breit. „Das
kann ja ein toller Abend werden“, lautet in so einem Fall gerne
die sarkastische Bemerkung, die die Stimmung des Abends leicht kippen
lässt. Wenn man sich von all den Querelen im Vorfeld nicht negativ
beeinflussen lässt, kommt man schlussendlich mit voll bepackten
Händen im Kinosaal an und darf sich auf den Film freuen. Allzu
oft wird diese Idylle jedoch von unsensiblen Mitmenschen gestört,
die meinen, dass man bei jeder Kleinigkeit mit einem unüberhörbaren
Lacher das gesamte Publikum alleine unterhalten zu müssen. Der
nächste versucht verzweifelt sein Kleingeld vom Boden aufzulesen,
andere schieben sich rücksichtslos mit dem Gesäß voran
an einem vorbei, weil der Film längst angefangen, man sich seinen
Platz aber noch nicht gesichert hat und wieder andere sind in der Lage
einen unausstehlichen Lärm beim Verzehr der mitgenommenen Süßigkeiten
zu machen, dass man vom Film nicht mehr viel mitbekommt und resigniert
die Segel streicht oder das Martyrium über sich ergehen lassen
muss.
In diesem Falle existiert die Verständigungsschwierigkeit
auf der Ebene der zusätzlichen Lärmbelästigung.
Ganz andere Probleme haben hingegen unsere Landsleute ausländischer
Abstammung. Deutsch ist mit Abstand eine der schwersten Sprachen der
Welt. Da ist es teilweise nicht ganz verständlich, wenn man davon
ausgeht, anderssprachige Menschen könnten diese mit Leichtigkeit
erlernen. So fällt den betroffenen Personen der Sprachgebrauch
im alltäglichen Leben schon schwer genug und dann ist es im Kino
verständlicherweise noch eine Stufe komplizierter. Doch die großen
Kinos scheinen dem Phänomen der Sprachbarriere auf die Schliche
gekommen zu sein und bieten vermehrt die Originalversionen mit Untertiteln
an oder belassen manche Filme gar in der ursprünglichen Fassung.
Speziell bei ausländischen Filmen bietet sich die Originalversion
eher an, weil das Publikum hauptsächlich dieser Sprache mächtig
ist. Insbesondere den türkisch sprechenden Menschen wird im Kino
mehr und mehr entgegengekommen. Diese Zielgruppe sei lange genug vernachlässigt
worden und müsse mit einem solchen Angebot besser integriert werden.
Bei einigen Filmen war die Resonanz erstaunlich gut, so dass man diese
Form beibehalten wird. Zusätzlich dazu werden viele der gängigen
Neuerscheinungen bereits in der englischen Originalausgabe mit deutschen
Untertiteln gezeigt. Für Schülergruppen
hätte dies einen guten Lerneffekt beim Kinobesuch und außerdem
schauten sich immer mehr Menschen lieber den Film mit den „echten“
Stimmen der Schauspieler an. Zeitgleich darf man nicht vergessen, dass
viele Engländer, die hier einst nur stationiert waren, die Sprachlandschaft
mit geformt haben und dafür bei der Filmwahl an der Kinokasse nicht
im Regen stehen müssen.
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