| |
Esoterik und Lichtarbeit
Die Esoterik besteht aus verschiedenen
Bereichen. Ein Bereich davon ist die Lichtarbeit, die insbesondere seit
den 90er Jahren häufiger anzutreffen ist. Es handelt sich um ein
Gemenge aus esoterischen Lehren, Newage-Spiritualität und hinduistischer
bzw. buddhistischer Philosophie.
Inzwischen ist aber auch die Lichtarbeit kommerzialisiert, d.h. es ist
ein großer Markt um sie herum entstanden, in dem man Produkte
und Dienstleistungen aller Art für teilweise teures Geld erstehen
kann.
Es ist insgesamt nicht einfach die Lichtarbeit zu definieren, da jeder
Lichtarbeiter seine eigenen Vorstellungen davon hat, was Lichtarbeit
ist und was sie bezweckt. Das „Licht“, um das es geht, ist
angeblich eine Energie, die man aus einem geistigen Depot anzapfen und
für verschiedene Dinge verwenden kann. Damit sollen dann Dinge
wie Heilung, Kräfteausgleich, Harmonisierung oder Erlösung
erreicht werden. Viele Lichtarbeiter
glauben, dass sie selbst einem Transformationsprozess unterliegen, der
bewirkt, dass sie sich vom körperlichen, grobstofflichen Zustand
immer mehr in einen geistigen, feinstofflichen Zustand verwandeln.
Psychologen haben festgestellt, dass Menschen, die sich intensiv mit
Dingen wie Lichtarbeit und Esoterik beschäftigen oft an einem Realitätsverlust
leiden. Szenemitglieder glauben z.B. an Ufos, Lichtwesen, die mental
zu ihnen sprechen oder an Kristalle, die sie für Lebewesen halten
und die energetisch wirken können.
Aus christlicher Sicht ist dies eine bedenkliche Entwicklung. Esoteriker
und Lichtarbeiter neigen dazu, der Wirklichkeit durch ihre Betätigung
entfliehen zu wollen und in Scheinwelten abzutauchen. Die hinduistische/buddhistische
Prägung der Lichtarbeit resultiert auch aus einer Unzufriedenheit
mit dem in Europa vorherrschenden westlichen Gesellschaftsmodell, das
für viele nicht mehr attraktiv zu sein scheint. Doch eine Flucht
in vermeintlich bessere Gesellschafts- und Religionsmodelle ist nicht
dazu geeignet, der persönlichen Unzufriedenheit abzuhelfen. Im
Gegenteil, Menschen, die sich immer mehr vom gegenwärtigen Gesellschaftsmodell
abkapseln und sich Scheinwelten innerhalb der Esoterik
aufbauen, werden auf lange Sicht nur noch unzufriedener. Denn so gut
wie immer stellen sich diese Scheinwelten als schlimmer und negativer
als das reale Leben hierzulande heraus. So sind beispielsweise die Menschen
in Indien, die real im System des Hinduismus leben, sehr unglücklich,
da sie in ärmlichen Verhältnissen leben und geknechtet werden
durch das unbarmherzige System des Karma. Karma bedeutet, dass ein Mensch
sich im Kreislauf von Leben, Tod und Reinkarnation befindet, um Böses
aus angeblichen früheren Leben abzutragen. Diese Vorstellung führt
die Menschen in hinduistischen Ländern nachweislich in Depression
und Hoffnungslosigkeit.
Es wird daher empfohlen, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Es
ist besser, sich den gegenwärtigen Zuständen zu stellen, als
in irreale Scheinwelten zu flüchten. Wer dennoch Bedarf an Beratung
hat, kann erfahrene Seelsorger aufsuchen, die bundesweit zur Verfügung
stehen. Diese sind bemüht, die bestmögliche Hilfe und Beratung
in der jeweiligen Lebenssituation anzubieten und zu einer Lösung
zu kommen – und dies natürlich kostenfrei. Gute Seelsorger
können von allen Kirchen oder Freikirchen vermittelt werden.
|
|