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Mit einem guten Gefühl und zufrieden aus der Zahnarztpraxis gehen können
Eine nie da gewesene Bandbreite
therapeutischer Möglichkeiten eröffnet dem Zahnarzt - in Zeiten
nahezu unannehmbar gewordener gesundheitspolitischer Rahmen-bedingungen
neue Chancen. Diese Chancen gilt es auch zu nutzen.
Jedoch ist es für den Einzelkämpfer nahezu unmöglich
geworden, auf allen Gebieten moderner Zahnheilkunde immer auf dem neuesten
Stand zu bleiben. Seien wir ehrlich - wirklich gut beherrscht man nur
das, was man häufig macht und was man mit Freude macht. Darüber
hinaus wollen größere Investitionen in technisches Equipment
und kostenintensive Weiterbildungsmaßnahmen in diesen Zeiten wohl
überlegt sein.
Unsere Patienten sind immer besser informiert und wissen zunehmend genauer,
was sie möchten. Neben der Implantologie gewinnt auch die hochwertige
Zahnerhaltung immer mehr an Bedeutung. Wagt man einen Blick über
den Tellerrand - ins vereinte Europa, oder auch über den großen
Teich -, müsste eigentlich klar sein, dass eine fortschreitende
Spezialisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Sicherlich wird der Generalist
nicht aussterben, jedoch wird der Spezialist zunehmend an Bedeutung
gewinnen. Vor diesem Hintergrund kann eine Spezialisierung durchaus
Sinn machen.
Was gilt es dabei zu bedenken? Die wichtigste Voraussetzung ist zunächst
die Freude an einer bestimmten Form der Behandlung, zum Beispiel Endodontie.
Eine ordentliche Weiterbildung ist eine weitere conditio sine qua non.
In einer Vormittagsveranstaltung lässt sich sicherlich nicht das
gesamte Spektrum moderner Endodontie erlernen. Ob es andererseits unbedingt
gleich der Master of Science sein muss, halte ich auch für fraglich.
Masterstudiengänge sind ziemlich kostenintensiv (ca. 25.000 Euro),
dazu muss man noch die Praxisausfallzeiten, Fahrtkosten und eventuelle
Übernachtungskosten hinzurechnen, das kann sich über die Zeit
leicht auf 100.000 Euro summieren.
Eine gute Alternative bietet die curriculare Fortbildung der Landeszahnärztekammern
oder auch der Fachgesellschaften. Hier bekommt man für ein angemessenes
Geld (ca. 4.500 bis 6.000 Euro) eine ordentliche Grundausbildung. Sinnvoll
erscheint es, zusätzliche Tagesveranstaltungen zu speziellen Aspekten
( zum Beispiel Revision) zu besuchen. Dann heißt es: üben,
üben, üben.
Die technische Grundvoraussetzung für eine Spezialisierung der
Praxis auf Endodontie sind rasch zusammengestellt. Benötigt werden
zunächst:
• drehmomentbegrenzter Endo-Motor
• Ultraschall-betriebenes Spülsystem
• elektronisches Längenmeßgerät
• Lupenbrille
• gegebenfalls Heizgerät für Guttapercha
Je nach Anspruch an die technische Ausstattung der Geräte sind
hier 6.000 bis 9.000 Euro zu veranschlagen. Wer im High-end-Bereich
arbeiten möchte, braucht noch ein Operationsmikro-skop, das je
nach Ausführung mit einem Kaufpreis zwischen 10.000 und 35.000
Euro einen nicht unerheblichen Kostenfaktor darstellt.
An dieser Stelle wird überdeutlich, dass State-of-the-art-Endodontie
unmöglich zu Kassensätzen zu machen ist. Wer sich die Mühe
macht nach zurechnen, wird feststellen, dass hier oft noch nicht einmal
die GOZ mit 3,5fachem Steigerungsfaktor ausreicht. Einziger Ausweg ist
die freie Vereinbarung. Genau hier liegt aber auch die Möglichkeit,
nach der wir alle suchen: ordentlich behandeln für angemessenes
Honorar. Soweit zu den rein monetären Aspekten.
Bei der Frage, ob sich die Spezialisierung lohnt, sollte man stets auch
danach fragen, wie viel Befriedigung man aus seiner Tätigkeit schöpfen
kann. Kann man dem Patienten wirklich helfen, ist der Patient gar dankbar,
geht man aufrecht und mit einem guten Gefühl nach Hause - dann
lohnt sich die Spezialisierung auf jeden Fall.
Die Schwierigkeiten einer Spezialisierung in der Endodontie sollte man
sich aber auch klar vor Augen führen: Wie in jedem anderen Bereich
der Zahnheilkunde, wo der Patient mit steigenden Kosten konfrontiert
wird, muss auch die privat liquidierte Endodontie argumentativ gerechtfertigt
werden. Hier gilt es, die Vorteile der Zahnerhaltung deutlich zu machen.
Trotz aller Bemühungen kann man keine Erfolgsgarantie abgeben.
Gut beraten ist, wer für den Fall eines Misserfolgs gewappnet ist.
Dagegen stehen die Vorteile: Durch Fokussierung auf ein Behandlungsgebiet
erspart man sich eine Menge Verwaltungsaufwand. Dem Spezialisten wird
allgemein ein höheres Honorar zugestanden. Etwas gut zu können
macht zufrieden. Man wird weitgehend unabhängig von gesundheitspolitischen
Zwängen.
Guido Schwalm
Konrad-Adenauer-Str. 25, 61191 Rosbach v.d.H.
Tel. : 06003-1849
Fax: 06003-934966
E-Mail: endodontie@zahnarzt-schwalm.de
Internet: http://www.endo-schwalm.de
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