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PBEMs - was sind das eigentlich
Das Wort PBM steht für Play-By-Mail,
das sind sogenannte Postspiele. Damit sind nicht die Kettenbriefe gemeint,
bei denen jeder angebliche Mitspieler eine große Summe Geld einbringen
muß.
Das wohl älteste, bekannte Postspiel ist Schach - damals spielten
Adelige miteinander, obwohl sie weit entfernt waren. Ein Bote brachte
den Zug des einen zum Hofe des anderen Spielers, welcher den Boten mit
seinem Zug wiederum zurückschickte. Aber die heutigen Postspiele
sehen schon etwas anders aus. So sammelt ein Spielleiter (kurz: SL oder
GM - GameMaster) einen Schar Spieler um sich, welche im Besitz des Regelwerkes
zum jeweiligen Spiel sind. Nun verschickt der Spielleiter für jeden
Spieler eine individuelle Auswertung. Dadurch weiß kein Spieler,
was der andere so genau im Besitz hat oder sonst so treibt. Anhand des
Regelwerkes basteln die Spieler einen Zug, der zu einem bestimmten Termin
- den ZugAbgabeTermin (kurz: ZAT) wieder beim GM eingegangen sein muß.
Normalerweise handelt es sich um einen Zeitraum von einigen Tagen, manchmal
zwei Wochen oder gar einen Monat.
Am ZAT wertet der GM nun die Züge der einzelnen Spieler aus und
schickt ihnen wieder die neue Auswertung, usw. usw. Da mittlerweile
aber das Computerzeitalter Einzug gehalten hat, muß man solche
Spieler ja nicht mehr mit der teuren Post spielen, sondern viele GMs
bieten Spiele per E-Mail an, daher nennt man diese Art von Spielen auch
PBEMs (kurz: Play-By-E-Mail).
So wie bei allen anderen Spielen auch üblich, gibt's auch in diesen
Spiele-Genre hunderte von unterschiedlichen Spielen, mit verschiedenen
Auswertungsrhythmus und verschiedenen Grad an Komplexität. Was
wieder durch die Computerisierung stark zugenommen hat. So gibt es schon
Spiele, welche eine ganze Welt simulieren und jeder Spieler nur ein
Teil eines großen "Ganzen" ist und jede Aktion hat Einfluß
auf die ganze Umgebung. So rekrutiert ein Herrscher Bauern zu Soldaten,
dadurch mißlingt die nächste Ernte, die gegnerische Stadt
wird zwar erobert, aber daheim revoltieren hungernde Bauern. Krankheiten
und Pest breitet sich aus, usw. Es gibt Spiele ohne Ziel und Spieldauer,
welche sich vollkommen dieser Simulation einer kompletten Welt widmen.
Einige von diesen Spielen laufen schon 10-15 Jahren.
Der angebliche Nachteil solcher Spiele ist die lange Dauer. Denn bei
Spielen mit einem ZAT von 14-Tagen und welches dann noch vielleicht
20-30 Runden läuft, kann also schon 1-2 Jahre dauern. Der Vorteil
solcher Spiele ist, daß die Regeln erheblich komplexer sein dürfen,
als bei "herkömmlichen" Spielen. Außerdem schafft
man es wohl nur sehr selten mal 15 Spieler an einem Tisch zu bekommen,
nur um ein Spiel zu spielen, zumal es auch PBEMs gibt, wo mehrere Hundert
oder gar Tausend Spieler in einer Partie mitspielen.
Aber bei vielen Spielen benötigt man auch einiges an Zeit um seinen
Zug zu machen, außerdem kann man zwischen den Zügen viel
Zeit mit Diplomatie verbringen. So hat doch z.B. ein Herrscher eines
anderen Reiches, die eigene Grenze nicht beachtet und wenn man nun auch
noch nicht auf einen Krieg vorbereitet ist, sollte man gut verhandeln
können, um das schlimmste abzuwenden. Eventuell kann man ja noch
Verbündete gegen den Aggressor gewinnen. Wer an dieser Stelle meint,
daß Postspiele/PBMs/PBEMs langweilig sind, der sollte sich mal
an eines wagen, denn es gibt Spiele für jeden Geschmack, aber Vorsicht,
es besteht Suchtgefahr...
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