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  Wo bleibt das Geld - Praxisgebühr und ihre Folgen

Seit die Praxisgebühr eingeführt wurde, stiegen die Einnahmen der Krankenkassen wieder. Angeblich wurde in den Jahren zuvor immer ein großes Minus erwirtschaftet, was die einzelnen Kassen zu Kürzungen im Gesundheitswesen und der Pflege veranlasst haben soll. Schuldenberge von unvorstellbarem Ausmaße sollen sich da angesammelt haben. Ein Wunder also, dass man sich die ärztliche Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten überhaupt noch zumuten konnte. Doch wieder einmal scheint die ganze Meckerei Sinnbild der deutschen Mentalität zu sein, die immer dann laut wird, wenn es einem vermeintlich schlecht geht. Den Vorständen der Kassen scheint es hingegen besser denn je zu gehen. So sollen sie doch am wenigsten von den kollektiven Einsparungen betroffen sein.

Eine neue Meldung besagt sogar, dass rund zehn Prozent mehr für die Vorstände im vergangenen Geschäftsjahr drin gewesen sei. Also ein ordentlicher Zuwachs der einzelnen Gehälter. Doch was bleibt bei den Mehreinnahmen letztlich für den Patienten übrig? Sollte dieser leer ausgehen, nur damit interne Löcher gestopft und vereinzelte Gehälter aufgestockt werden können? Dies käme einem Skandal gleich und für solche Finanzaufbringungen war die Gesundheitsreform nun wirklich nicht gedacht. Mit dem Sparprogramm war die Bevölkerung von Anfang an nicht besonders gut angefreundet, so dass eine solche Offenlegung der undurchsichtigen Verwendungszwecke mehr als bloß eine kleine Welle der Empörung auslösen würde.

So werden aus einfachen Krankenkassenvorständen anscheinend Millionäre gemacht, die dazu nun wahrlich keine Berechtigung haben, während die Wartesäle der Ärzte leer bleiben, weil Patienten die horrenden Gebühren scheuen. Nebenbei machte im letzten Jahr auch noch die Meldung die Runde, dass es Unregelmäßigkeiten bei den Abrechnungen der Ärzte gegeben hätte. Der Bund forderte mehr Transparenz, wurde aber in den entscheidenden Punkten von der Ärztekammer abgewiesen. Doch ganz machtlos will man diesem Treiben anscheinend nicht gegenüber stehen, so dass es demnächst doch wieder zu erfreulichen Nachrichten für den Patienten kommen könnte. Immerhin werden Milliarden erwirtschaftet.

Derzeit geht man von einer ungefähren Zahl um die vier Milliarden Euro aus, die insgesamt über 60 Krankenkassen zur Schuldenfreiheit verholfen haben. Davon möchte der normale Patient auch wieder etwas ab haben. Die Bundesregierung versucht indes genügend Druck aufzubauen, um die Kassen zu erheblichen Beitragssenkungen zu zwingen. Immerhin wurde diese Prämisse zu Anfang der Reform ausgegeben und sollte primär auch diesem Zwecke dienen. Kaum vorstellbar, wenn man sich vor Augen hält, dass einige Vorstände nun mehrere hunderttausend Euro im Jahr verdienen und satte Zusätze kassieren dürfen. Nachdem die Schulden weitestgehend getilgt worden sind, sei eine durchschnittliche Senkung der Beiträge um 0,15 Prozent durchaus machbar. Einige Kassen haben sogar bereits zum Jahreswechsel mit einer entsprechenden Senkung zugunsten der Kranken reagiert.

 



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