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Gesetzliche Rente - Die Lücke wird grösser
Durch die Rentenreform hat die Bundesregierung sichergestellt, dass die Beitragssätze
dauerhaft stabil bleiben. Konkret heißt das: Bis zum Jahr 2020
bleibt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung unter 20
Prozent. Derzeit liegt er bei 19,1 Prozent. Davon tragen Arbeitgeber
und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte. Bis zum Jahr 2030 darf dieser
Beitrag 22 Pro¬zent nicht überschreiten.
Da eine bis zum Jahr 2030 garantierte Beitragshöchstgrenze von
21,9 Prozent nur durch Leistungskürzungen möglich ist, erhalten
künftige Rentner weniger Geld aus der gesetzlichen Rentenkasse.
Das Rentenniveau für die Altersren¬ten soll nämlich bis
zum Jahr 2030 von heute 70 auf 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens
zurückgefahren werden, gemessen an der bisherigen Nettolohnformel
sogar auf 64 Prozent.
In absoluten Zahlen ausgedrückt heißt das: Im Jahr 2000
lag das Rentenniveau für die gesetzliche Altersvorsorge
des so genannten Eck- oder Standardrentners in der gesetzlichen Rentenversicherung
bei 70,1 Prozent des Nettoeinkommens. Der Standardrentner weist 45 anrechnungsfähige
Versicherungsjahre auf, hat dabei jeweils durchschnittlich verdient
und ununterbrochen in die Rentenkasse
einbezahlt. Das Versicherungsniveau dieses Eck- oder Standardrentners
reduziert sich nun aber auf 62,3 Prozent des Nettolohns aus Durchschnittseinkommen.
In absolu¬ten Zahlen lag die monatliche Rente des Standardrentners
im Jahr 2000 bei 1117,74 Euro. Nach nur 40 Beitragsjahren lag die monatliche
Rente desselben Rentners bei 933,54 Euro.
Bereits jetzt ist der Nutzen für den Standardrentner aber schon
ein Muster ohne Wert, denn die Masse der Deutschen bekommt durch Brüche
im beruflichen Lebenslauf, verlängerte Schul- und Ausbildungszeiten,
Studium, Arbeitsplatzwechsel oder Erwerbslosigkeit wesentlich weniger
heraus. Außerdem nimmt die Lebensarbeitszeit immer mehr ab. Während
das gesetzliche Renteneintrittsalter bei 65
Jahren liegt, geht der Durchschnitt der Arbeitnehmer mit 59 Jahren in
den Ruhestand. Männer arbeiten im Schnitt 37 Jahre, Frauen aufgrund
der Erziehungszeiten nur 26 Jahre. Bei den Akademikern sieht es noch
schlechter aus. Außerdem gehen immer mehr Deutsche einer Teilzeitbeschäftigung
nach.
Dadurch kommen immer weniger Bundesbürger auf die geforderten 45
Beitragsjahre und müssen mit wesentlich geringeren Rentenzahlun¬gen
rechnen.
Die offiziellen Angaben aus dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung
1999 bezifferten die durchschnittliche Altersrente in Gesamtdeutschland
für Männer in den alten Bundesländern auf umgerechnet
gerade einmal 957,65 Euro und für Frauen auf 471,92 Euro.
Unterm Strich ist die gesetzliche Rentenversicherung ein gigantisches
Kapitalvernichtungssystem. Tatsächlich beträgt die durchschnittliche
Regelaltersrente zurzeit lediglich 41 Prozent des letzten Nettoeinkommens.
Künftig wird sie im Schnitt sogar nur noch 37 Prozent betragen,
wenn durch die Reform das Rentenniveau auf 67 Prozent bis zum Jahr 2030
abgesenkt wird.
Wer heute einen halben Euro, sprich 50 Cent, einbezahlt, bekommt später
knapp 40 Cent wieder heraus.
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